Höchste Zeit

Kurz vor Monatsende, muss ich mich noch einmal bei euch melden. 

Wie ihr seht, ist das Layout wieder mal verändert. Ich hab diesbezüglich ja schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil es jetzt nämlich doch ganz anders aussieht, als geplant.

 

So richtig toll ist das nämlich nicht gelaufen, das geb ich zu. Erst habe ich bei Facebook eine große Umfrage gestartet, was ihr gerne als Hintergrund hättet, und ihr habt euch für Instrumente entschieden. Das habe ich dann ja auch tatsächlich ungefähr eine Woche so gehabt. Und die Rückmeldungen, die ich bekommen habe, waren ja auch recht positiv.

Aber es war auch eine dabei, die auch mein Gefühl bestätigt hat. Nachdem ich nämlich zuerst auch total begeistert war, ist mir dann aufgegangen, dass es ziemlich dunkel wirkt , und eben nicht so wie die Seite einer Autorin aussieht, sondern eher der Homepage eines Tontechnikers, Produktionsstudios oder Konzertmanager gleicht. Und das Blödeste: die Texte waren nicht durchgängig zu lesen.

Das waren Argumente, denen sich meine Idee von neulich dann beugen musste.

Ich hoffe, ihr seid mir nicht allzu böse.

Hier möchte ich mich in aller Form bei euch entschuldigen, dass ich euren Willen letztendlich doch nicht umgesetzt habe. ES TUT MIR LEID!!! :(

 

Es gibt aber auch gute Neuigkeiten:

Demnächst werde ich wahrscheinlich in Düsseldorf lesen, im Dezember dann in Erlangen und geplant ist auch noch eine Lesung im November in Bochum. Letztere steht aber noch nicht fest, ist, wie gesagt, nur angedacht.

Sobald alles in trockenen Tüchern ist, werde ich Daten und Orte hier veröffentlichen, und freu mich natürlich wenn der eine oder die andere von euch kommt :)

 

Mein Praktikum in der Buchhandlung ist nun fast vorbei, zwei Tage hab ich noch.

Heute hat wieder jemand "Streetex-Von Dort" gekauft. Eine Lehrerin, die mich überrascht und anerkennend angesehen hatte:

"Ihr erstes Buch?", fragte sie.

"Ja!"

"Angenehm."

Ich glaube, die meisnte Menschen rechnen nicht so richtig damit, dass Autoren in Buchhand-lungen arbeiten können. Oder, dass Autoren auch jünger als 250 Jahre sind. 

Solche Situationen bestätigen mich dann darin, dass ich vielleicht doch Glossen über das Jungautorendasein schreiben sollte. 

Manchmal habe ich nämlich echt das Gefühl, nicht so richtig ernst genommen zu werden. Aber daran werde ich arbeiten. Ich geb mir zumindest Mühe!

Neulich war eine Kundin da, die sich interessiert die Bücher ansah, die für den Deutschen Buchpreis nominiert sind. In diesem Jahr sind in der Longlist ja auch viele Debüt-Roman dabei. Die Kundin sagte tatsächlich: "Naja, ich kauf ungern von unbekannten Autoren etwas. Da weiß man dann nicht, was man bekommt, und am Ende schreiben die nur einmal was Tolles und verschwinden dann wieder in der Versenkung."

Mit so einer Einstellung von Kundenseite, ist es natürlich kein Wunder, dass Jungautoren kein Bein an die Erde kriegen. 

Irgendwann ist nun einmal das erste Mal. Und wenn man nie etwas Neues probieren würde, dann müssten immer noch alle ausschließlich Goethe oder Homer lesen.

Außerdem habe ich mich gefragt: Sind Autoren oder Künstler überhaupt irgendwem gegenüber dazu verpflichtet immer weitere Bücher zu schreiben, Lieder zu komponieren oder tolle Bilder zu malen?

Ist Kunst ein Recht, das man einklagen kann wie eine Dienstleistung?

Letztendlich ist es doch gerade im künstlerischen Bereich so, dass man, wenn man dann einmal bekannt ist, doch immer wieder nur auf das erste oder das bekannteste Produkt reduziert wird, und das Neue immer nur Vergleichsware ist.

"Autor XY kommt in seinem neuen Buch nicht an die literarische Glanzleistung seines Debüts heran."

"Das neue Album ist nicht so stark wie sein Vorgänger. Band sowieso kann mehr."

und so weiter.

Solche Gedanken machen ein bisschen depressiv und führen vermutlich zwangsläufig in ein kreatives Loch.

Deshalb werde ich das jetzt nicht weiter ausführen und widme mich stattdessen wieder meinen Büchern. Noch habe ich nämlich Ideen.

Und auch, wenn meine Bücher vielleicht nie Bestseller werden: ich schreibe trotzdem.

Der Kulturmaschinerie zum Trotz.

Weil ich trotzdem irgendwie der Überzeugung bin, dass ich der Welt etwas zu sagen habe.

 

So!

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Kommentare: 1
  • #1

    christian (Mittwoch, 29 August 2012 19:26)

    Tolle zeilen!!!und leider sehr sehr wahr!!! Aber auch ein kleiner leserkreis kann glücklich machen ;)