Pixignomer und Tusmørke

Nein, das da oben ist kein Deutsch. - Das ist Dänisch!

Vergangenes Wochenende war ich in Dänemark, genauer in Aarhus, und diese beiden hübschen Wörter aus der Überschrift habe ich unter anderem daher mitgebracht.

Ich hatte seit ungefähr einem halben Jahr die lustige Vorstellung vielleicht in Dänemark ein Master-Studium zu machen und deshalb bin ich nach Aarhus gefahren, um mir die Uni dort anzusehen.

Die hatte nämlich "Offenes Haus."

Ich habe alles rechtzeitig gepackt und am 28. Februar ging meine Reise morgens um 6.10 Uhr am Bahnhof los. Eine gruselige Uhrzeit, besonders für Studenten, aber erstaunlicherweise war ich recht wach. 


Allerdings hätte ich in den Tagen vorher vielleicht schon ein wenig wacher sein sollen, denn mir fiel erst kurz vor Kolding ein, dass ich völlig vergessen hatte, mir eine GoogleMap oder sonstige Wegbeschreibung auszudrucken, wie ich vom Bahnhof zur Jugendherberge kommen sollte.

Also musste ich in Aarhus erst einmal etwas suchen, wo es einen Stadtplan gab. Bei der Post hatten sie keine, aber ich wurde ans Hotel am Ende der Straße verwiesen.

Dort waren sogar zwei Hotels. Aber es kam mir komisch vor mit Windjacke und Wanderrucksack ins Ritz zu marschieren. Also doch lieber das andere Hotel. Dort bekam ich einen Stadtplan!

Allerdings war der Wald, in dem die Jugendherberge liegt, nur noch mit dem untersten Zipfel auf der Karte, die Herberge liegt aber weiter oberhalb. 

Ich hab mir also, als ich in der Jugendherberge ankam (4 Kilometer vom Bahnhof weg, bergauf und scheußlicher Wind dabei...) erst einmal eine neue und genauere Karte geben lassen.

Und am nächsten Tag bin ich dann bei der Uni vorstellig geworden. 

In einem Orientierungscentrum wollte ich mich erst einmal grob informieren. Da kam auch sogleich ein netter Mitarbeiter auf mich zu und wollte helfen. Nachdem wir eine Weile geredet hatten, fragte er mich:

"Woher kommst du?"

"Aus Deutschland!"

"Ach echt? Ich dachte..., weil du Norwegisch sprichst!"

Aha! Was ER dachte, hat er nicht gesagt, weiß ich deshalb auch nicht, aber ich weiß, dass ich dachte, dass ich Dänisch sprechen würde.

Später hat mich eine Mitarbeiterin von diesem Menschen angesprochen. Direkt auf Englisch, weil sie mitbekommen hatte, dass ich Ausländer bin. Aber ich war ja dort, um meine Dänischkenntnisse auch an den Mann, bzw. in diesem Fall an die Frau zu bringen.

"Ach, du sprichst ja Schwedisch, warum sagst du das nicht gleich?", rief sie überrascht aus, nachdem ich sie auf Dänisch zugetextet hatte.

Egal, was ich gesprochen habe, wir haben jedenfalls zehn Minuten aneinander vorbeigeredet, bis sie mir endlich die Antwort auf meine eigentliche Frage gegeben hat.

Einen Tag später sprach ich dann mit einem Studenten meines Wunschfachs. Der hat viel zu schnell geredet, so dass ich nur die Hälfte verstanden habe, hat dabei aber nett gelächelt und mir dann (und das HABE ich verstanden) gesagt:

"Du sprichst aber ein ganz nettes Dänisch!"

Nicht nur auf Grund dieser unterschiedlichen Ansichten über meine vielleicht vorhandenen Dänischkenntnisse habe ich mich entschlossen, doch nicht in Dänemark studieren zu wollen.

Stattdessen habe ich mich Sonntag auf den Weg zum Strand gemacht. Die Sonne schien über Aarhusens Industriehafen und über den kleinen Badestrand und das Bootshaus am Stadtrand. Und dort habe ich mich dann neben 25 andere frühstückende, verliebte und sonnenanbetende Dänen gesetzt und sonnengebadet.

So ließ sich alles aushalten - Ferien in Dänemark sind dann doch viel schöner als studieren!

Ich habe mir aber nichtsdestotrotz ein paar hübsche Dinge gekauft, um an meiner Dänischen Sprache etwas zu arbeiten.

So bin ich jetzt in Besitz von "Harry Potter og hemmelighedernes kammer", aus dem übrigens das tolle Wort Pixignomer stammt (auf Deutsch wird der im Vergleich mit Pixignomer doch recht langweilige Begriff Wichtel verwendet) und "Ice Age" (letzteres trotz englischen Titels auch auf Dänisch.)

Außerdem habe ich mir ein Hörbuch gekauft: "Tusmørke", auf Englisch heißt das Twilight.

Eigentlich bin ich kein Fan dieser Romanreihe, aber das war die einzige Geschichte, die ich kannte, so dass ich das Hörbuch einigermaßen nachvollziehen kann. Die Aussprache der Vorleserin ist nämlich grandios dänisch undeutlich. Wenn sie von Forks spricht klingt das wie "fouwwwwl", also ungefähr so, als ob sie die Stelle beim Mittagessen mit vollem Mund eingelesen hätte.

Kein Wunder, dass die Dänen sich (oder auch mich, ich sage nur Schwedisch und Norwegisch) nicht verstehen.

 

Aber jetzt bin ich zurück in Deutschland. Und ich habe wieder Zeit zum Schreiben.

Soll heißen, eigentlich müsste ich etwas anderes schreiben, nämlich mal wieder eine Hausarbeit.

Tja, aber wie das so ist, die Gedanken kommen, wie sie kommen und Freddy und Co. fordern momentan einfach viel Aufmerksamkeit.

Ihre "Abenteuer" in Band 3 füllen schon 101 stolze Seiten in 14 Kapiteln und sind noch lange nicht zu Ende.

 

Das Einzige, was mich momentan bekümmert, sind meine Vorbestellungen für Band 2. Es geht und geht nicht vorwärts.

Dabei hatte ich so nette Anrufe und Bestätigungen von Menschen, die mir gesagt haben, wie sehr sie sich auf das zweite Buch freuen und dass sie es kaum noch erwarten können.

Wenn das noch 50 Leute mehr denken würden, dann könnte es endlich weitergehen.

Meine Suche dauert nun fast schon ein Jahr!!!

Aber, wie sagte meine Oma immer: "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!"

Wie recht sie hatte!

 

Immerhin scheint die Sonne, es wird langsam Frühling, auch wenn die Wettermenschen wieder orakeln, dass das gerade nur eine Art Testfrühling ist und es bald wieder Winter wird.

Deshalb freue ich mich, so lange das schöne Wetter noch da ist.

Und wenn es wirklich wieder schlechter werden sollte, lese ich weitere Frauenromane, die einem vorgaukeln, dass das Leben zwar chaotisch ist, immer aber glücklich mit Prinz an Fraus Seite endet - und dazu trinke ich Prinzessin Lillifee-Tee... Dann wird bestimmt alles gut! 

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