So schmeckt der Sommer... ?!?

Jetzt ist es beinahe schon wieder eine Woche her, dass ich in Saarbrücken war zur 13. Internationalen Kinder- und Jugendbuchmesse.

Als ich meine Zugtickets gebucht habe, habe ich mich wirklich gefragt, wie bescheuert das eigentlich ist: für eine Stunde Lesung quer durch Deutschland zu fahren. Hin und zurück 12 Stunden. 

 

Naja, aber ich hab es getan und eigentlich auch nicht bereut. Meinen Bericht findet ihr hier

Wie ihr in dem Bericht lesen könnt, wurde ich für's Fernsehen interviewt. Diesen Bericht findet ihr noch eine Woche lang unter diesem Link

Zu diesem Bericht möchte hier noch folgendes los werden:

Ich habe vor Kurzem für "Streetex" eine Szene geschrieben, wo die Band ebenfalls einen Fernsehbericht dreht. Und jeder von uns kennt es ja: im fertigen Bericht sieht alles immer so spontan und zufällig aus. 

Aber beim Fernsehen wird nichts dem Zufall überlassen. Wie oft ich diese Treppe hoch und runter gegangen bin, ganz natürlich geguckt habe, und die Moderatorin Fragen ("nur zur SIcherheit") aufgenommen hat, die ich dann aber gar nicht mehr beantworten musste - haha. Jetzt weiß ich wenigstens, dass ich in meiner "Streetex"-Szene auf jeden Fall nichts erfunden habe. 

 

Auf meiner Zugfahrt von Saarbrücken bis Mainz hat eine Frau zwei Sitze vor mir ununterbrochen mit jemandem telefoniert. Ohne, dass ich gehört habe, was Michael (die Person am anderen Ende der Leitung) geantwortet hat, habe ich das Gefühl, seine ganze Lebensgeschichte zu kennen. Die Antworten meiner Mitreisenden waren so eindeutig, dass es eine Leichtigkeit war zwischen den Zeilen zu "lesen" - das hätte schon wieder einen ganzen Roman gegeben. 

Ich hätte liebend gerne eigentlich auch nicht zugehört. Aber die Leere des Zugabteils und die lauten und energischen Antworten jener Frau, ließen mir nun einmal keine andere Wahl. 

 

Nun habe ich eigentlich alle Hände voll zu tun mit meiner Bachelor-Arbeit. Oder, vielleicht muss ich korrigierenderweise sagen: ich sollte alle Hände voll zu tun haben. Ich schaffe es irgendwie nicht, das Schreiben anzufangen. 

Das liegt bestimmt am Wetter - irgendjemand muss ja Schuld sein. Und so, wie sich das Wetter gerade gibt, bietet es sich wunderbar als Schuldiger an. 

Wenn morgens durch den Spalt zwischen den Vorhang nur ein graues Licht fällt, mag man den Tag gar nicht so richtig beginnen, sondern lieber noch einmal einen Abstecher ins Traumland machen. Und wenn man dann tagsüber am liebsten noch einmal die Heizung aufdrehen möchte und sich Ende Mai fragt, ob man irgendwo noch gefütterte Gummistiefel kaufen kann - dann ist doch irgendwas kaputt. Und das ist absolut unmotivierend. 

 

Aber morgen. Morgen wird bestimmt alles besser. Dann bin ich wieder motiviert, total kreativ und überhaupt. Dann ist Schluss mit dem improvisierten Tagesablauf, dann kommt hier wieder Plan in die Sache. 

Ich habe nämlich einen Trick: ich werde ein Wise-Guys Lied singen.

"Jetzt ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert,

Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.

Es ist Sommer, ich hab das klar gemacht,

Sommer ist, wenn man trotzdem lacht."

 

Ich werde so lange und so laut singen, bis die Sonne freiwillig anfängt zu scheinen. Und dann ist wirklich alles gut!

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