Ein Besuch bei Ollivander

Zumindest kam es mir neulich ein wenig so vor.

Schon seit Längerem habe ich mir vorgenommen, meinen Cello-Bogen endlich einmal neu bespannen zu lassen. 

Da das natürlich nicht ganz umsonst ist, und ich ohnehin nicht wusste, was ich mir zum Geburtstag wünsche sollte, wünschte ich mir also eine neue Bogenbespannung. 

Mit meinen Eltern bin ich dann zu einem Geigenbauer gefahren, der uns außerhalb der Öffnungszeiten in seiner wahnsinnig urigen Werkstatt empfing. Umgeben von lauter Streichinstrumenten, inklusive Zubehör, und dem Geruch von Holzpolitur und Harz fühlte ich mich direkt wohl. 

Der Geigenbauer warf nur einen kurzen Blick auf meinen Bogen:

"Aha, aus China. Der Bogen an sich ist 60 Euro wert, neu bespannen kostet 68 Euro..."

 

Das war natürlich schon einmal eine Aussage. Nachdem ich dann zugab, dass ich schon einige Jahre mit diesem Bogen gespielt habe, war schnell klar, dass es nun vielleicht einmal an der Zeit für einen neuen Bogen wäre.

Und dann fühlte ich mich wirklich ein wenig wie Harry Potter, als er sich einen Zauberstab auswählte. 

Der Geigenbauer legte mir eine Auswahl an Bögen auf den Tisch, drückte mir ein Cello in die Hand und ließ mich mit jedem Bogen ein paar Takte spielen.

 

Ich gebe zu, ganz so eindrucksvoll wie bei Harry Potter war es nicht. Es flogen keine Kästen aus den Regalen, keine Lampe ging zu Bruch während ich spielte. Aber Unterschiede spürte ich beim Spielen schon. 

Schließlich habe ich mich für einen wunderschönen Ebenholz-Bogen entschieden. Eine Phoenix-Feder enthält er wohl nicht, trotzdem spielt es sich damit super. 

Und vielleicht passiert ja doch mal etwas Besonderes, wenn ich vor dem Spielen noch "Wingardium Leviosa" sage... wer weiß?

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