Autoren-Werkstatt

Während ich gespannt auf Nachrichten aus dem Lektorat von "Streetex Teil 2" warte, möchte ich die Gelegenheit gern nutzen, um euch ein wenig über meine Schreibaarbeit zu erzählen.

 


 

 

 

Meistens bildet sich eine grobe Idee zu einer Geschichte sehr schnell in meinem Kopf. Ich höre ein Lied, sehe eine interessante Person auf der Straße oder lese ein Zitat von irgendjemandem, und auf einmal ist die Idee für eine Geschichte geboren. Wie das geschieht, begreife ich selbst nicht. Auf einmal sind die Geschichten einfach da.

Ich gebe zu, dass nicht jede Idee das Zeug zu einem "großen Roman" hat. (Wobei "groß" ja in mehrerer Hinsicht durchaus relativ gesehen werden kann.)

Manche Ideen und Geschichten verschwinden so unverhofft und unerwartet, wie sie gekommen sind. Mit einigen gehe ich über Wochen, Monate oder sogar Jahre schwanger.

Wenn sich eine Idee also richtig in mir festgebissen hat, immer wieder auftaucht und konkretere Formen annimmt, setze ich mich hin und schreibe endlich auf, was mir durch den Kopf geht.

Ich mache Skizzen auf Schmierpapier, schreibe hier und da Notizen auf und sammle Zitate.

Sobald ich mich dann an den Computer setze und ein neues Dokument öffne, habe ich ein ganz bestimmtes (vielleicht verrücktes) Ritual:

Ich beschäftige mich sehr eingehend mit der Auswahl einer Schriftart!

Das ist womöglich lächerlich, wenn man bedenkt, dass hinterher, wenn ein Buch gedruckt wird, der Verlag sowieso eine ganz andere Schriftart wählt.

Für mich aber muss beim Schreibprozess die Schriftart stimmen. 

Die Schrift soll etwas von der Stimmung des Buches ausdrücken, den Charakter des Erzählers widerspiegeln oder an die Zeit erinnern, in der die Geschichte spielt. 

Das alles ist natürlich, das gebe ich zu, sehr subjektiv und für andere vielleicht absolut nicht nachvollziehbar. 

Aber mir macht es Spaß und es unterstützt meinen kreativen Schreibprozess.

Und in gewisser Weise spielen auch "nostalgische" Gründe mit hinein. 

Denn keines meiner Manuskripte hat die gleiche Schriftart. 

Die Streetex-Reihe schreibe ich in Bookman Old Style, eine Liebeskomödie, die ich kürzlich beendet habe, habe ich in Candara geschrieben, das Textbeispiel vom Bild ist in Cambria geschrieben. 

Beim Anblick jeder Schriftart verbinde ich also die Texttypografie mit einer bestimmten Geschichte, und das finde ich eine sehr hübsche Sache.

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Kommentare: 1
  • #1

    Carolin (Freitag, 28 Februar 2014 19:23)

    Danke für den Einblick wie du mit dem Schreiben und Entdecken neuer Ideen umgehst :) sehr interessant!!

    Ganz liebe Grüße