Auf heißen Kohlen

Ich habe kein Problem damit zu warten.

Wenn morgens die Bahn 5 Minuten Verspätung hat, genieße ich noch ein wenig länger die frische Luft auf dem Bahnsteig. 

Stehe ich in einer schier endlosen Schlange an einem Schalter, vertreibe ich mir die Zeit mit dem Beobachten der Umgebung.

Und auch an Weihnachten, was ja jedes Jahr grundsätzlich sowieso zu früh und zu plötzlich kommt, kann ich es ganz gut bis zur Bescherung aushalten.

Nein, ich habe kein Problem damit zu warten.

Nur heute. 

Heute wurde ich fast zum Tiger.

Jede Minute rechnete ich mit dem Klingeln vom Telefon oder mit dem Eingang jener Mail.

Der alles entscheidende Anruf, die alles entscheidende E-Mail. 

Sie wollten sich doch Ende der Woche melden. 

Jaaa, gut, Wochenende ist noch nicht.

Aber zählt Donnerstag nicht für jeden normalsterblichen Arbeitnehmer schon so gut wie zum Wochenende. Die Wochenmitte ist schließlich eindeutig vorbei.

Und während ich immer wieder auf das Handy starre (vielleicht muss ich ja nur fest genug daran glauben, damit es klingelt), frage ich mich: Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, dass ich heute noch nichts höre?

Hat es etwas zu bedeuten, dass ich heute Nacht schon davon geträumt habe?

Mit den Knoten, die ich mir in dieser Zeit ins Hirn gedacht habe, könnte man Fischernetze knüpfen. - Wenn nicht fischen auch so eine Geduldsübung wäre!!!

Nur nicht die Nerven verlieren.

 

Gaaaaanz ruhig!

Hier neben mir steht Wasser, Schokolade und ich habe Unmengen von Tee.

Ich werde wohl auch noch die nächsten Stunden rumbringen und morgen hoffentlich Klarheit haben.

 

Ich schaffe das!

 

 

Bestimmt!!!

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