Schlecht oder gut?

Ja, ich weiß, in den letzten vier Wochen habe ich mein Blog ziemlich vernachlässigt und keinen Piep von mir gegeben.

Darf ich zu meiner Verteidigung vorbringen, dass ich total ausgebucht war mit Arbeiten, Bewerbungen schreiben, Bewerbungsgesprächen, Umzug und dazwischen noch Weihnachtsvorbereitungen treffen?

Und im Netz hat es ja sowieso auch nur so gewimmelt von Adventskalendern, Verlosungen und sonstigem Allerlei, was mit virtueller Besinnung (oder so ähnlich) zu tun hatte.

Ich hoffe also, dass ich euch nicht allzu sehr gefehlt habe, und melde mich jetzt aber vor Jahresende doch noch einmal zurück.

Auch wenn ich es in diesem Jahr nicht geschafft habe, euch mit kreativen Ergüssen durch den Advent zu begleiten, möchte ich mir den obligatorischen Jahresrückblick nicht auch noch sparen.

Gerade in diesem Jahr ist so viel bei mir passiert, dass es mir vorkommt, als wären seit letztem Silvester viel mehr als nur 12 Monate ins Land gegangen. 

Manche Dinge sind so weit weg - andere wiederum so nah.

Ein guter Grund, kurz inne zu halten und ein bisschen zu reflektieren, noch einmal schöne Momente zu durchleben und versuchen zu verstehen, was alles passiert ist. 

 

Wenn ich an 2014 zurückdenke, gehen mir zunächst einige Zahlen durch den Kopf, die ich gern mit euch teilen möchte.

2014:

- habe ich 21 Bewerbungen geschrieben

- bekam ich darauf 14 Absagen

- wurde ich zu 7 Vorstellungsgesprächen eingeladen 

- bekam ich daraufhin 1 Jobangebot

- hörte ich auf 3 Bewerbungen und 1 Vorstellungsgespräch überhaupt nichts mehr

- lebte ich in 3 Städten Deutschlands

- habe ich 2 Praktika absolviert

- war ich auf 4 Hochzeiten eingeladen

- verstarb zum Glück niemand aus dem engeren Familien- und Freundeskreis

- habe ich viele neue Bekanntschaften gemacht

 

Genug der Zahlen!

2014 ist bei mir natürlich noch viel mehr passiert - aber jetzt lasse ich hauptsächlich Bilder sprechen :)

Wenn ich nun zurückschaue und reflektiere, kann ich trotz allem nicht schwarz oder weiß malen und sagen, ob 2014 ein gutes oder ein schlechtes Jahr war.

Zu einem großen Teil wusste ich vor einem Jahr noch nicht, was mich 2014 erwarten würde. 

Ich habe Arbeitserfahrungen gesammelt - positive, wie negative.

Ich habe mit mir gerungen, ob ich Dinge angehen soll, oder es doch schlauer wäre, sie lieber bleiben zu lassen.

Gerade bei der Jobsuche habe ich viele Nerven gelassen, gehofft, gebangt und Enttäuschungen ausgehalten - Einiges, was ich mir gern erspart gehabt hätte.

Und trotzdem glaube ich, dass mich jede Erfahrung irgendwie weiter gebracht hat, auch wenn ich ihren Sinn (noch) nicht erkennen kann. 

Obwohl es mich ärgert, wie manche Arbeitgeber mit Bewerbern umgehen, und wie gesellschaftliche Strukturen festgefahren sind, sodass es wahnsinnig schwer ist, sich seinen Weg dadurch zu bahnen, will ich dennoch nicht sagen, dass dieses Jahr 2014 für mich schlecht gewesen wäre.

Immerhin habe ich es geschafft, gleich 2 neue Bücher zu veröffentlichen.

Und vielleicht muss ich für den Rest einfach nur meine Definition von Glück überarbeiten. 

 

Letztendlich war 2014 ein Jahr wie jedes und doch für sich einzigartig.

Ich kann es nicht noch einmal leben, bekomme es nicht zurückgeschenkt, möchte es aber auch nicht eintauschen. 

2014 war ein Jahr wie das Leben. Mit Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen. 

Ich bin dankbar, dass ich es leben durfte, auf meine Art.

Und wenn sich eine Erkenntnis festgesetzt hat, nach 363 Tagen 2014, dann ist es der Wunsch, dass ich im kommenden Jahr mehr leben möchte.

 

Auch 2015 wird wieder voller Unsicherheiten sein - ich weiß noch nicht, wo und ob ich ab Januar Arbeit haben werde, und was die 12 Monate für mich bereithalten mögen.

Aber egal, was kommt: Ich möchte leben.

 

Wie das so ist mit Vorsätzen, wird es mir vermutlich nicht immer gelingen.

Auch im nächsten Jahr wird es mit Sicherheit Tage geben, von denen ich mir wünsche, dass sie schon vorbei wären. 

Dann sollte ich mich beizeiten daran erinnern, dass es jeden Tag nur einmal gibt, und ich keine Stunde zurückbekomme.

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0