Geschichten auf den Kopf geträumt

Manchmal ist es wie verhext:

Man sitzt vor einem unbeschriebenen Blatt Papier und kaut auf dem Bleistift, oder sitzt vor dem Computer, und die Finger schweben bedeutungsschwer über der Tastatur.

Aber weder aus dem Bleistift noch aus der Tastatur wollen Wörter fließen.

Das Hirn gibt einfach keinen Anstoß für sinnvolle, schöne Sätze. 

Dabei habe ich eigentlich so viele Ideen - allerdings nur für die übernächste Szene, für ein Kapitel irgendwo in der Mitte der Geschichte, für den letzten Satz des Buches.

Aber wie komme ich dahin?

Ich bin gefangen in einer Schleife aus belanglosen Ereignissen, die ich eigentlich nur löschen kann, und aus denen ich meine schon liebgewonnenen Charaktere nicht befreien kann. 

Sie hängen schon seit Wochen irgendwo im Nirgendwo. 

Vermutlich langweilen sie sich dort schon ganz furchtbar, während ich frustriert am Schreibtisch sitze und darauf warte, dass mich die Muse küsst. 

 

Was lernt der Schreiberling so schweren Herzens? - Geduld!

Und tatsächlich zahlt sie sich beizeiten aus. 

Zum Beispiel wenn man lange genug Auto fährt.

Während ich selbst irgendwo im Nirgendwo auf Deutschlands Autobahnen unterwegs war, überkam mich der rettende Einfall:

Wie wäre es, wenn ich die Ereignisse einfach umdrehe und die Kapitel in eine andere Reihenfolge stelle?

Dann ergibt sich auf einmal eine ganz neue Logik, die meine Geschichte aus dem Sumpf der sich wiederholenden Szenen befreit.

Also: (fast) alles noch einmal auf Anfang, Karten neu mischen und anders sortieren.

 

Besonders schön ist es natürlich, wenn sich Probleme praktisch im Schlaf lösen, und ich auf einmal von meinen Charakteren träume.

So offenbart sich mir ein ganz neuer Handlungsstrang und Wege, die von den Figuren in der Geschichte beschritten werden.

Dann kann es jetzt also doch wieder mit neuer Energie und vielen Ideen weitergehen in der Schreibstube.

(Mein Laptop singt seit neuestem vor Freude.)

 

Die Wege der Muse sind eben unergründlich!

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