Neustart

6 Mal - ich habe nachgezählt. 

So oft bin ich in den letzten 18 Monaten umgezogen. 

Immer wieder quer durch die Republik.

Man könnte also sagen, mittlerweile hätte ich Routine entwickelt und würde einen Umzug ganz leicht schaukeln.

Aber dieser Umzug war nun doch etwas Besonderes.

Denn zum ersten Mal seit 18 Monaten habe ich fast alle meine Sachen gepackt, und statt in den Süden oder Osten, ging es diesmal in den Norden - nach Greifswald.

Nachdem ich für meine letzten Umzüge immer nur "Saison-Koffer" gepackt habe und in anderer Leute Zimmer zur Zwischenmiete eingezogen bin, hatte ich jetzt viel mehr Entscheidungsfreiheit.

Ein leeres Zimmer mit 12 Quadratmetern stand mir zur mehr oder weniger freien Verfügung. 

Für mich war das jetzt wirklich etwas ganz Besonderes. Denn so schön es in den anderen Zimmern in den vergangenen anderthalb Jahren auch war, es war halt immer der Geschmack von anderen Menschen, deren Möbel, deren persönliche Note; eben deren Zimmer.

Und nun konnte ich (endlich!) einem Zimmer meine persönliche Note verleihen.

Die Wände sind nun in meinen Wunsch- und Wohlfühlfarben gelb und rot gestrichen, meine Bücherregale stehen an der Wand, meine Postkarten hängen am Schrank und im CD-Regal steht meine Musik. Und ich schlafe in meinem Bett.

Auch das ist durchaus nicht zu verachten. 

Als Bonus obendrauf wohne ich nun auch nicht allzu weit vom Wasser weg. Da jetzt langsam der Frühling Einzug hält, ist das wunderschön - und die steife Brise, die von Zeit zu Zeit weht, lässt sich gut ertragen.

 

Vor allem aber ist es schön zu wissen, dass ich hier jetzt für längere Zeit meinen Standpunkt haben werde. 

Na gut, könnte man sagen, zwei Jahre (so lange dauert mein Master-Studium), sind nicht wirklich lang.

Aber im Vergleich zu den durchschnittlich 3 Monaten, die ich sonst an einem Ort verbracht habe, sind zwei Jahre eine verdammt lange Zeit.

Zeit genug, um sich einzuleben und nach dem Zurechtfinden tatsächlich zu leben, einen Sportkurs zu besuchen, ins Orchester zu gehen, Menschen kennenzulernen - kurz: ein anständiges Sozialleben aufzubauen.

Dabei darf ich natürlich nicht vergessen, dass ich hauptsächlich zum Studieren hierher gekommen bin. 

Aber schließlich gehört das Sozialleben zum Studium ja unbedingt dazu - oder nicht?

 

Ich bin jedenfalls gespannt, was ich hier in den kommenden Jahren erleben, erfahren und lernen werde, und sehe dem Neuanfang optimistisch entgegen.

Also: Auf ein Neues!

 

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