"Wie Nudeln ohne Soße"

Jürgen Riering ist mit Leib und Seele Buchhändler. In Bochum betreibt er seine eigene kleine Buchhandlung mit Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendliteratur; die Leseinsel.

Doch auch in seiner Freizeit bleibt er dem geschriebenen Wort treu und ist seit einiger Zeit auch als Autor tätig. Zwei Kinderkrimis hat er bereits veröffentlicht.

Im Interview verrät er, wie es mit seiner Schriftsteller-Karriere angefangen hat, und was er am Buchhändler-Dasein besonders mag ...


Seit wann bist du als Autor tätig? Was war das Erste, was du geschrieben hast?

 

Das Erste, was ich geschrieben habe, waren vermutlich mein Name und kurze Sätze bzw. erste Diktate in der ersten Klasse. Als Kind habe ich immer selbst ausgedachte Geschichten auf merkwürdigem grünen Papier geschrieben, von dem meine Eltern aus unbekannten Gründen raue Mengen besaßen. Ich habe sogar noch welche von den Geschichten. Bei einer handelte es sich um einen Krimi, bei dem ein Mörder sein Opfer in einen Swimmingpool beförderte, in dem er Haifische als Haustiere hielt. Der Plot erklärt bestimmt, warum ich heute niemandem diese Grundschulwerke zeige. Damals habe ich sie meinen Freunden gegeben. Wie peinlich.

 

Du hast bereits 2 Kinderkrimis veröffentlicht, die einen fantastisch-mystischen Einschlag haben. Woher kam diese Idee?

 

Ideen kommen mal hier und mal dort. Ich fahr viel Bus und starre aus dem Fenster. da entstehen manche meiner Ideen. Oder beim Fernsehen, Musik hören, lesen... Ideen kommen einfach.

 

Die Krimis spielen in Bochum. War das eine pragmatische Entscheidung deine Heimatstadt als Schauplatz zu nehmen oder ein gewisser Patriotismus?

 

Ich mag Bochum sehr und lebe gern hier. Aber ein Patriot bin ich nicht. Die Idee war, dass die ortskundigen Leser die Orte in der Handlung wiedererkennen können. Also eher pragmatischer Natur.

 

Wird es noch weitere Bände vom „Bund der Wächter“ geben? Was dürfen deine Leser in Zukunft von dir erwarten?

 

Mit dem Bund der Wächter ist nach den zwei Bänden erstmal genug. Mal sehen, was als nächtes kommt. Du hast mich ja auf Oetinger 34 aufmerksam gemacht. Da schaue ich mal jetzt und wart ab, was so passiert.

 

Bislang hast du „nur“ Kinderbücher veröffentlicht. Könntest du dir vorstellen auch für Erwachsene zu schreiben? Wenn ja, mit welchen Themen?

 

Ein Gedicht von mir wurde in einer Anthologie veröffentlicht. Ansonsten könnte ich mir zwar vorstellen für Erwachsene zu schreiben, habe aber keine konkreten Pläne diesbezüglich.

 

Du bist hauptberuflich Buchhändler und hast deine eigene kleine Buchhandlung mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur. Was gefällt dir an diesem Genre besonders?

 

Es ist ein sehr demokratisches Genre und das imponiert mir. Der Autor/die Autorin muss sich auf die Erlebniswelt, die Interessen, die Lesekompetenz und das Sprachvermögen der Leser einlassen, nicht umgekehrt., Hut ab, vor jedem, der diese Kunst beherrscht.

 

Was schätzen Kunden an deiner Buchhandlung besonders?

 

Viele sagen, dass sie die Freundlichkeit schätzen. Manche betonen, dass sie gerade das Überschaubare einer kleinen Buchhandlung mögen.

 

Was liest du „privat“ – und wie schwer fällt die Lektüre-Auswahl, wenn man täglich von so vielen spannenden Büchern umgeben ist? Hat man da abends überhaupt noch Lust zu lesen?

 

Ich lese auch privat sehr unterschiedliche Bücher. Das kommt dem Beruflichen sehr entgegen. Natürlich lese ich auch mal Sachen, die ich ohne Buchhandlung wohl nicht lesen würde, aber denke, dass ich es muss. Die Lektüreauswahl finde ich nicht schwer. Und ja, ich habe Lust abends zu lesen.

 

Unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen hauptberuflich Autor zu sein?

 

Natürlich müsste ich genug Geld verdienen, um davon leben zu können.

 

Welche Frage wolltest du in einem Interview schon immer einmal gestellt bekommen? Sei doch so gut, stell sie dir und uns allen und beantworte sie

 

Das ist aber wirklich eine schwierige Aufgabe, finde ich. Ganz ehrlich, ich passe.

 

 

 Von meiner vorherigen Interview-Partnerin Emma Andersson wird folgende Frage an dich weitergereicht:

Welche 5 Lieder fassen dein jüngstes Buch zusammen?

 

Ich schreib gerade dran:

 

Sam Cooke - Wonderful world

Huey Lewis and the news- The power of love

The Beatles - Octopus´s garden

Ton, Steine, Scherben - Wir müssen hier raus.

Carl Perkins - Glad all over

 

 

Zum Schluss noch ein paar Fragen/Sätze, die du bitte so spontan wie möglich beantwortest bzw. vervollständigst!

 

1. Dieses Buch hätte ich gern geschrieben: Oscar Wilde - The Canterville Ghost

2. Bei diesem Film würde ich gern Regie führenbei keinem

3. Ein Buch ist … sehr, sehr vieles

4. Auf meinem Schreibtisch … lassen wir das besser. Ich werde ja aufräumen.

5. Uni und Studium sindlange her.

6. Ich würde sofort Goethes Faust lesen, wenn ich mich denn dazu aufraffen könnte.

7. In einer Buchhandlungwohne ich.

8. Eines Tages werde ichendlich Goethes Faust lesen.

9. Ein Haus ohne Haustiere ist wie ... ein Nudelgericht ohne Soße.

 10. Autoren sindeben auch nur Menschen

 

Zum allerletzten Schluss darfst du selbst dir noch eine Frage ausdenken, die ich meinem nächsten Interviewpartner stellen werde.

 

Nehmen wir an, Dein Leben wäre eine Fernsehserie. Welche Serie wärest Du?


Mehr über Jürgen Rierings Bücher und natürlich seine Buchhandlung findet ihr unter folgenden Links:

Buchhandlung Leseinsel: 

www.leseinsel-bo.de

Leseinsel bei Facebook:

www.facebook.com/leseinselbo

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