Just one last Fika

Wenn ich Montag "letzte Woche" sage, wird es nicht nur die vergangene Woche sein, sondern auch meine letzte Woche in Schweden. Nach fünf Monaten muss ich meine Koffer wieder packen und diese Stadt verlassen, die mir über das letzte halbe Jahr so vertraut geworden ist. Es fühlt sich komisch an, länger, irgendwie ewig. 

Es ist immer das Gleiche; kommt man an einem neuen Ort an, geschieht am Anfang so viel, dass man nicht fassen kann, in wenigen Tagen schon so viel erlebt zu haben. 

Irgendwann pendelt sich eine Routine ein, und man erreicht diesen Moment, den ich "Foreverness" nenne. Es fühlt sich an, als sei man schon immer dieser Routine gefolgt, und man ist sich sicher, so wird es auch für immer weitergehen. 

Doch wie das halt so ist, es kommt auch der Punkt, an dem klar wird; Foreverness gibt es nicht. Die Ewigkeit ist für später bestimmt. Ob es mir gefällt oder nicht, diese "letzte Woche", ist da. Und so gehe ich ein letztes Mal zur Bibliothek, sitze ein letzes Mal im Lesesaal, singe ein letztes Mal im Chor, kraule ein letztes Mal ausgiebigst "meine" Schafe, verkaufe mein Fahrrad und sitze ein letztes Mal mit den neuen Freunden im Pub.  

Aber ich kann noch nicht gehen, ich will nicht meine letzten Tage hier in Panik verbringen, in Unruhe darüber, was ich doch noch alles erleben will, was nun ohne mich stattfinden wird. 

Deshalb treffe ich mich mit meinen Freunden zum Fika. Wir werden zusammensitzen, Kuchen essen, lachen, Witze machen, Pläne schmieden, noch einmal so tun, als ob es Foreverness doch gäbe. Als würde ich nicht lügen, wenn ich sage "See you on monday." 

Es ist die letzte Woche, und der nächste Montag kommt bestimmt. Aber es wird ein anderer Montag sein. 

 

Mama sagte immer: "Abschiede sind scheiße!"

Kann sie nicht einmal nicht recht haben?

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