Motivation + Disziplin = Perfektes Leben

Ein Thema für eine Masterarbeit zu finden, war nicht schwer. Literatur zu finden, ist ebenfalls kein Problem. 

Theoretisch habe ich sogar einen Masterplan, wie das alles zu schaffen ist. 100 Seiten in 6 Monaten - das dürfte für eine Autorin doch zu schaffen sein. 

In der Theorie alles schön und gut. In der Praxis kommen allerdings noch zwei weitere wichtige Komponente hinzu: Motivation und Disziplin. Und mit diesen beiden habe ich irgendwie noch keinen passenden Vertrag abschließen können.

Grundsätzlich fehlt es an beidem nicht. Ich habe sowohl Motivation als auch Disziplin. Nur nicht unbedingt in puncto Masterarbeit. 

Meine Motivation ist ein notorischer Early Bird. 

Ich persönlich bin eher die Eule. 

Deshalb steht sie in aller Herrgottsfrühe auf und macht sich mit einem fröhlichen Winken aus dem Staub.

"Tschü-hüüüsss. Mach dir einen schönen Tag, wir sehen uns später!"

Und während ich mich in meinem gemütlichen Bett noch einmal umdrehe (ich bin zwar schon einmal aufgestanden, weil der Handywecker auf meinem Schreibtisch geklingelt hat - aber das Handy hat leider keine Arme, um mich festzuhalten, und das Bett eine enorm verführerische Ausstrahlung) - unternimmt meine Motivation wundersame Ausflüge in die Weltgeschichte. Ich habe keine Ahnung, wo die sich immer rumtreibt, und was sie alles erlebt, jedenfalls kommt sie meistens nicht vor dem Nachmittagstee zurück. 

 

Auf meine Disziplin ist auch nicht unbedingt Verlass. Die verkrümelt sich zwar nicht den ganzen Tag über, hat aber offensichtlich in Überredungskunst promoviert und schafft es immer wieder mich zu tollen, langwierigen Projekten zu begeistern.

Gestern hielt sie es für eine tolle Idee, Socken zu stopfen. 

Vorgestern haben wir gemeinsam 5 neue Seiten an meinem neuen alten Fantasyroman geschrieben. 

Und heute möchte sie gerne, dass aus den Woll- und T-Shirt Resten ein fancy upcycling Putzlappen wird. 

Ganz zu schweigen von den Broten, die hier wöchentlich gebacken werden, und der neuen Küchenarbeitsplatte, die ich mit einer Freundin im Baumarkt besorgt und dann zu Fuß durch die halbe Stadt getragen habe. 

Mittlerweile bin ich nicht mehr so sicher, ob sich meine Disziplin nicht doch unter der Tarnkappe der Prokrastination versteckt hält...

 

Einziger Trost; ich bewege mich in ganz guter Gesellschaft. Die Heldinnen in der ChickLit, über die ich meine Masterarbeit schreiben will, machen das genauso. Die können auch immer alles - nur nicht das, was sie sollen.

Vielleicht bin ich also doch schon auf einem ganz guten Weg.

In diesem Sinne ... ich bin dann mal ... öhm ... arbeiten .... (a.k.a. Wäsche aufhängen). 

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