Back to the future

Vermutlich wäre es sinnig, sämtliche Energie, die ich gerade erübrigen kann, in meine Masterarbeit zu stecken. 

Mit der geht es nämlich nur schleppend voran - mal wieder. Oder immer noch. Ich lese viel und hoffe, dass ich in den nächsten Tagen auch wieder etwas geschrieben bekomme.

Gleichzeitig wird mir immer bewusster, dass dann ganz bald auch diese sagenumwobene Zukunft kommt. Auf die muss ich mich schließlich auch vorbereiten. 

Also halte ich wieder einmal die Augen offen und sehe mich nach potentieller Arbeit um. Das Ergebnis ist ähnlich ernüchternd wie damals nach dem Bachelor. Heute kommt noch ein anderes Problem hinzu: Ich habe in den letzten 3 Jahren meinen Horizont erweitert. 

Ja, das kann tatsächlich zum Problem werden. Denn ich habe soviel erlebt und ausprobiert, dass ich mir ziemlich viel vorstellen kann. Wo fängt man da an zu suchen?

Und auch, wenn es illusorisch ist, zu glauben, dass ich jemals eine Stelle finde, auf der ich die nächsten 40 Jahre sitzen bleibe, frage ich mich: Würde ich das überhaupt wollen?

Ich finde Ausprobieren und Neueserleben eigentlich ganz schön. 

Aber ich will doch auch mal irgendwo ankommen.

Umgezogen bin ich in den letzten Jahren wirklich genug - und diesen Arbeitstourismus will ich definitiv nicht mehr für mich, so viel weiß ich!

Obendrein finde ich Geld wahnsinnig uninteressant. Ist zwar nützlich zu haben, aber irgendwie auch überbewertet. Bei so einer seltsamen Einstellung muss ich aufpassen, mich nicht unter Wert zu verkaufen (Stopp, ich will mich überhaupt nicht verkaufen!!!) 

 

So mäandere ich zwischen den Resten der frühkindlichen Trotzphase ("Ich will nicht vernünftig sein!"), Rebellion (um es mit dem Känguru zu sagen: "Scheißverein!") und aufsteigender Torschlusspanik ("Morgen ist schon Zukunft - Hilfe!") hin und her und versuche, das gebacken zu bekommen, was man so Erwachsenwerden nennt.

(Da meldet sich schon wieder diese kleine Stimme in meinem Kopf, die sagt: "Erwachsenwerden? Also bitte, man muss ja nicht jeden Scheiß mitmachen!")

In diesem Moment wünsche ich mir meine alte Lego-Kiste wieder zurück. Früher hat das mit dem Bauen ganz gut geklappt. Ganz ohne Bausparvertrag, einfach mit dem, was da ist, frei nach Schnauze.

Vielleicht hole ich die Legosteine einfach noch mal aus dem Keller und übe Zukunftbauen. Rot, blau, grün, gelb - und ein hübscher weißer Zaun davor. Ein Haus, eine Fähre mit einer Laderampe aus dem Deckel einer alten Zigarrenschachtel. 

Vielleicht lerne ich doch noch ein Handwerk? Lebenskünstler oder so. Vermutlich ist das das, was mir am besten passt. Ist ja aber schließlich auch mein Leben.  

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