Special benefits

Bewerben kommt von werben. So heißt es auf den verschiedenen Plattformen und Info-Websites, die mit Rat, Tipps und Tricks zur Seite stehen, wenn es um die Jobsuche geht. An und für sich ist mir das klar; in erster Linie muss ich die Personaler von mir überzeugen. 

Wie allerdings manch eine Stellenanzeige versucht, neue Mitarbeiter anzuWERBEN, lässt bei mir manchmal die Frage offen, ob die Werbung nicht zu einseitig gedacht wird. 

Insbesondere wenn Firmen über die Tätigkeiten, die die Stelle umfassen, lieblos und wenig aussagekräftig Stichpunkte aneinanderreihen, dafür aber die "Special benefits" und die "besondere Attraktivität" des Unternehmens und des Arbeitsplatzes blumig beschreiben, bin ich skeptisch.

Wenn ich den Spieß einmal umdrehen, und meine "Special benefits" in den Vordergrund stellen dürfte, die mit den ausgeschriebenen Stellen nichts zu tun haben, sähe das vielleicht so aus: 

"Mit mir bekommen Sie eine Mitarbeiterin, die mindestens einmal im Monat für den Kollegenkreis backt."

 

Zu dem "mindestens zweimal im Monat frischen Obst" vom Arbeitgeber wäre das doch eine ganz schöne Ergänzung, nicht wahr?  

"Im Winter beglücke ich Sie alle mit selbstgestrickten warmen Socken."

 

Denn ich stricke am liebsten, während ich Netflix-Serien schaue, die ich dank monatlicher Gutscheine von der Firma zum halben Preis bekomme. Und die Wolle gab's über Firmengutscheine günstig bei Amazon. 

"Von meinen Balkonien-Urlauben schicke ich romantische Sonnenuntergangs-Bilder an die firmeninterne WhatsApp-Gruppe."

 

Schließlich sind wir alle gute Freunde, und erleben auch nach Feierabend gerne etwas gemeinsam. Vorzugsweise auf den monatlich stattfindenden tollen Firmenevents. Diese verschlingen so viel Geld, dass eine angemessene Bezahlung der Arbeitnehmer nicht möglich ist. Ist ja aber auch nicht schlimm, zuhause ist es ja bekanntlich am schönsten. 

 

 

 

 

Und wenn mich eine Stellenausschreibung noch einmal fragt, ob ich mutig bin, Herausforderungen annehme und hoch hinaus will, verweise ich gern auf das nebenstehende Bild. 

In der Kreativbranche dürfte eine solche Antwort wohl nicht missverstanden werden. 

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