Her mit der Geduld, aber schnell!

Wie habe ich jemals glauben können, das Warten auf Weihnachten oder den Geburtstag sei schrecklich? 

Das kann nur meiner kindlichen Naivität geschuldet gewesen sein, wenn ich mit 7 Jahren dachte, Weihnachten würde wohl nie kommen. 

Damals wusste ich noch nichts von anstrengenden Jobsuchen und Bewerbungsphasen. 

 

Für den Advent gab es immerhin einen Adventskalender, der einen jeden Tag mit einer kleinen Überraschung fürs Warten belohnte.

Und das Warten auf Weihnachten hat noch einen Vorteil: es ist absehbar und man weiß, dass es am 24.12. definitiv stattfindet (egal, ob dann alles aufgeräumt ist und alle Geschenke besorgt sind.)

Bei Bewerbungen ist das leider nicht so einfach. Man weiß zwar, bis wann sie beim Personalbüro eingegangen sein müssen, aber wann oder ob überhaupt man eine Antwort bekommt, ist ungewiss.

Und obwohl ich weiß, dass eine sorgfältige Auswahl von Bewerbern Zeit braucht, nagt das Warten an mir, und ich wünsche mir, dass es schneller geht. 

Während des Wartens auf Weihnachten kann ich mich sinnvoll vorbereiten und weiß, was zu tun ist: mich besinnen, Plätzchen backen, Weihnachtsfeiern, Geschenke basteln und Karten schreiben. Ich weiß, was auf mich zukommt.

Aber jetzt ... Ich bewerbe mich auf Stellen in allen möglichen Städten, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, zu ganz verschiedenen Themen. Mental setze ich mich mit dem Thema Umzug auseinander, aber konkret eine Wohnung zu suchen, ist Quatsch, wenn man nicht weiß, wohin es wann geht.

Also schreibe ich weiter Bewerbungen, die meine Wartezeit verlängern, lese Artikel über das perfekte Bewerbungsgespräch und gehe zu Jobmessen.

All das, in der Hoffnung, dass am Ende ein goldverpackter Umschlag auf mich wartet. Naja, er muss nicht gold sein, weiß, braun oder graues Umweltpapier ist auch total okay. Hauptsache, es steht "Arbeitsvertrag" drauf.

In der Zwischenzeit könnte ich vielleicht einen "Adventskalender" für Arbeitssuchende entwickeln.  

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