Wer viel liest ...

... kann viel erzählen.

So stand es schon auf einem Aufkleber, den ich vor gefühlt hundert Jahren einmal in der Bibliothek bekommen habe. 

Wie wahr dieser Satz ist, hat sich gestern Abend einmal mehr gezeigt. Während die wichtigen Menschen der Buchbranche sich gerade in Frankfurt tummeln und ich hier sitze, um an meinem Autoren-Durchbruch zu arbeiten (*hüstel*), habe ich gestern zum ersten Mal an einem Literaturkreis teilgenommen.

Eingeladen von einer anderen Buchliebhaberin, die ich vor einiger Zeit zufällig in einer Buchhandlung kennengelernt habe, saß ich mit fünf anderen Frauen in einem Lokal. Jede hatte ein Buch mitgebracht und bei Wein, Tee und Tomatensuppe erzählten wir uns, was uns an unseren literarischen Mitbringseln begeisterte und warum. 

Dabei kamen wir ins Gespräch über persönliche Sorgen, Lebenserfahrungen und Familiengeschichten. Und wir entdeckten Parallelen zwischen Büchern. Manche hatten die gleichen Farben im Einband, andere wiederum sprachen über die gleiche historische Person, aber in einem ganz anderen Kontext. 

Kein einziges Buch war dabei, das gerade (oder jemals) in einem Literaturdossier besonders viel Aufmerksamkeit bekommt. Aber das war gerade das Schöne. 

Wie sagte eine von uns: "Die Literatursendungen behandeln ja gerade eh alle das Gleiche. Hier kommt mal frischer Wind zwischen die Seiten." 

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