Dichterwettstreit

Am Samstag hatte ich volles Programm. Chorauftritt am Tag der offenen Tür im Institut - und wenn man schon mal da ist, trifft man immer auf jemanden, mit dem man sich verquatscht ...

In der Zeit zwischen Einsingen und Auftritt ging ich noch einmal in mich, auf der Suche nach Worten.

Denn der Abend stand im Zeichen des Poetry Slams, für den ich meine Teilnahme zugesagt hatte. Ein Thema hatte ich, aber die Entscheidung, ob ich nun reimen sollte oder liebe prosaisch lesen, fiel erst Freitagabend, nachdem ich dreimal den Text von links auf rechts gedreht hatte.  

Samstagvormittag war der Text fast fertig, es fehlte nur noch eine Strophe. Und zwischen Büffet, Chorgesang, herumwuselndem Volk und Sprachfetzen küsste mich tatsächlich noch die Muse und mir fielen die fehlenden Zeilen ein. 

Der Hörsaal am Abend war komplett voll, gut 150 Leute waren gekommen. Da war ich dann doch etwas nervös. Geschadet hat es aber nicht, und ich gewann die erste Vorrunde. 

Das war mir noch nie gelungen und ich war ziemlich überrascht. Jetzt musste ich ins Finale. Wieder war ich nervös, denn ich trat mit einem Text an, den ich schon einmal bei einem Slam vorgetragen hatte und damals nicht weitergekommen war. 

Das Unglaubliche geschah: ich gewann das Finale.

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen Poetry Slam gewonnen. 150 Leute applaudierten, ganz viele sagten mir, dass ich verdient gewonnen habe, haben mich nach meinen Texten gefrgt ... Und ich war geflasht. 

An dem Abend war ich überfordert und eigentlich gar nicht so gut drauf - jetzt, ein paar Tage später, geht es mir wieder gut und ich freue mich ehrlich über meinen Sieg. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0