5 vor 12 - (Weihnachts)Wunsch

In den letzten Tagen ging die Rede von Greta Thunberg beim EU-Klimagipfel viral. Die allermeisten zeigen sich berührt von ihren Worten, finden es beschämend, dass ein Kind den Erwachsenen sagen muss, was Sache ist.

Mir geht es ähnlich. Denn auch ich tappe häufig genug in die Konsumfalle, die unserem Planeten nicht gut tut.

Gretas Einsatz, angefangen beim Schulstreik fürs Klima bis zu ihren Reden auf Demos und politischen Veranstaltung, finde ich großartig. Es sollte mehr Menschen wie sie geben. 

Dennoch frage ich mich, ob ihr Einsatz Wirkung zeigt, ob wir wirklich begreifen, was sie uns sagen will, worum es geht. 

Denn was sie sagt, ist für uns keinesfalls neu. 

Schon vor 26 Jahren hielt die damals 12-jährige Severn Suzuki aus Kanada auf der UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung eine Rede, in der sie alle dazu aufforderte, nicht mehr unseren Planeten zu zerstören, sondern nachhaltige Wege zu gehen. 

Wie Greta in diesen Tagen machte sie viele Menschen nachdenklich.


Aber was ist in all den Jahren passiert? 

Offenbar nichts, was uns in Sachen Artenschutz, Biodiversität und Nachhaltigkeit weitergebracht hätte. 

Im Gegenteil, der Earth-Overshoot-Day wandert im Kalender jedes Jahr weiter nach vorn. Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer deutlicher, die Regenwälder kleiner - und die Ideen der Staaten, an welchen Orten man noch nach Erdöl, Gas oder anderen Rohstoffen bohren könnte, werden immer abenteuerlicher.

Ja, es wird sogar hoffnungsvoll damit spekuliert, dass gewisse Meerengen nicht mehr zufrieren. 

Das alles lässt leider nicht gerade hoffen, dass Gretas und Severns Worte auf fruchtbaren Boden fallen. 

Viel eher lässt es den Schluss zu, dass die Welt und damit die Menschheit nicht mehr zu retten ist. 

Wir zeigen uns berührt von den Worten dieser mutigen Mädchen. Aber wirkliche Handlungen resultieren daraus nicht. 

 

Mit Andreas Gerst hat sich vor ein paar Tagen auch (endlich) einmal ein Erwachsener zu Wort gemeldet. Er entschuldigt sich bei seinen noch nicht geborenen Enkelkindern für die Zerstörung ihres Lebensraums. 

Ob wir und diejenigen, die an der Macht sind, auf ihn hören? 

 

Ich möchte hoffen, dass uns die Worte erreichen, ob Severns, Gretas oder Alexanders. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir unsere Zustimmung nicht nur durch einen Like bei Facebook geben, sondern tätig werden; für unser Zuhause, für unsere Zukunft und für die Zukunft unserer Kinder. 

Bald beginnt ein neues Jahr, aber zum Glück müssen wir nicht immer bis Silvester warten, um guten Vorsätzen Taten folgen zu lassen. 

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