James Frey: Endgame-Die Auserwählten, Oetinger Verlag ISBN-13: 978-3-7891-3522-4, 19.99€
James Frey: Endgame-Die Auserwählten, Oetinger Verlag ISBN-13: 978-3-7891-3522-4, 19.99€

James Frey - Endgame-Die Auserwählten

 

Auf der Erde schlagen an unterschiedlichen Orten 12 Meteoriten ein. Für 12 junge Leute und ihre Familien ist klar: Endgame hat begonnen.

Die 12 Auserwählten, die beinahe ihr Leben lang auf dieses Ereignis vorbereitet wurden, versammeln sich an einem geheimen Ort und erhalten dort von einem übernatürlichen Wesen Rätsel, die es zu lösen gilt, um den Erdschlüssel zu finden.

Es geht um Leben und Tod: Denn nur, wer die Rätsel löst und den Schlüssel findet, wird von der Zerstörung der Welt verschont bleiben.

Eine Jagd, die die 12 jungen Spieler um den gesamten Globus führt, beginnt.

Spielregeln gibt es keine - nur ein Ziel: Gewinnen und überleben!

 

Die Idee zu der Story von Endgame ist nicht wirklich neu. Mehr oder wenige ähnliche Konzepte finden sich in jedem zweiten Katastrophenfilm oder in Dystopien wie "Die Tribute von Panem."

Das Besondere an Endgame ist jedoch das multimediale Konzept, das dahintersteht, und nicht nur die 12 Protagonisten, sondern auch jeden Leser als Spieler involvieren möchte.

Für die Leser geht es jedoch (hoffentlich) nicht um Leben und Tod, sondern um einen Goldschatz im Wert von 500.000$.

Dieser Schatz ist irgendwo auf der Welt versteckt, und nur auffindbar, wenn man alle Rätsel, die im Buch aufgeführt werden, löst und die richtigen Antworten dekodiert.

 

James Frey beschreibt den Handlungsverlauf aus 13 unterschiedlichen Perspektiven. Durch den stetigen Perspektivwechsel in der Erzählung, lernt der Leser alle Spieler kennen und wird über die Pläne und Absichten der jeweiligen Protagonisten informiert und über deren Spielverlauf auf dem Laufenden gehalten. Der Fokus liegt jedoch eindeutig auf der amerikanischen Spielerin Sarah und ihrem Verbündeten Jago. 

Der Perspektivwechsel baut Spannung auf, treibt den Verlauf rasant voran und macht das Buch zum Pageturner, um herauszufinden, wie es mit den einzelnen Personen weitergeht. 

Allerdings bleiben die Protagonisten dabei, bis auf wenige Ausnahmen, relativ eindimensional. In ein paar Sätzen wird auf Gefühle und Überlegungen eingegangen, aber ansonsten steht das kühle und berechnende Kalkül jeder einzelnen Person im Vordergrund. 

Der Stil lässt sich flüssig lesen. Der Autor beschränkt sich dabei jedoch auf sehr ausufernde und detailreich beschriebene Actionszenen, in denen die 12 Spieler gegeneinander kämpfen. Die Kampftechniken sind brutal, zu großen Teilen aber auch sehr unrealistisch. 

Letztendlich fiebert man als Leser nur mit, um zu wissen, wer zuletzt übrig bleibt, ohne wirklich die Chance zu bekommen, wirklich Sympathie für eine der Figuren zu entwickeln. 

Gute Ideen, wie die Verbrüderung einiger Spieler, werden nur zum Teil ausgeführt und meist nur einseitig beleuchtet. An diesen Stellen hätte der Autor neben den Actionszenen die Spannung deutlich erhöhen können.

Dass Endgame-Die Auserwählten der Auftakt zu einer Trilogie ist, mutet von daher ein wenig seltsam an, da schon zum Ende des ersten Bands schon ein großer Teil der Spieler der Gewalt zum Opfer gefallen ist. 

Im Zusammenhang mit dem Kryptorätsel werden sicherlich auch die Folgebände ihre Leser und begeisterte Mitspieler finden, als bloße Geschichte ist Endgame allerdings nur bedingt faszinierend. Für alle aber, die gerne einmal einen Actionfilm lesen wollen, ist Endgame sicherlich eine nette Story für Zwischendurch.