Papperssjälar - Emma Johansson

 

Manche Geheimnisse fressen einen von innen auf. Sie verändern Leben, zerstören Leben. Solche Geheimnisse sind wie Tretminen. 

Emilia trägt so ein Geheimnis. Aber es ist nicht nur ihr eigenes Geheimnis - und es ist wie Sprengstoff.

 

Weder ihre Freunde, noch ihre Familie kann sich erklären, warum Emilia sich seit dem Unfalltod ihrer Mitschülerin Theresia so verändert hat. Sie gesteht sich keine Freude mehr zu, zieht sich in sich zurück und reagiert immer wieder übertrieben gereizt. Als die Lehrer eine Projektarbeit ankündigen, bei der sich die Schüler besser kennenlernen sollen, landet Emilia in der gleichen Gruppe wie Viktor, Theresias älterer Bruder. Wider jeden Willen entwickelt Emilia Gefühle für ihn, die immer stärker werden und sie nicht loslassen. Sie fühlt sich hin und her gerissen zwischen ihrer Liebe zu Viktor und dem Geheimnis, das sie tief in sich trägt, und das mit Theresias Tod zusammenhängt.

 

Papperssjälar (zu Deutsch; Papierseelen) ist der Debütroman der Schwedin Emma Johansson. Die Autorin hat einen eindringlichen Coming-of-Age-Roman entworfen, der sich mit mehr als "den üblichen Problemen mit dem Erwachsenwerden" beschäftigt. Er greift Themen auf, die das Erwachsenwerden zusätzlich erschweren, die die Luft zum Leben rauben, und die, egal wie man sie dreht und wendet, immer Schmerz und Leid verursachen werden. 

Der Leser folgt Emilias subjektivem Bericht über ihr Leben nach Theresias Tod. Beide Mädchen standen sich nie besonders nahe, waren nie eng befreundet, doch Theresias Tod verbindet sie. Emilia teilt ehrlich und schonungslos mit, wie sie sich fühlt, wie sie ihre Schulzeit nach Theresias Tod erlebt, und wie sie Viktor langsam näher kommt. Doch das Geheimnis, das mit Theresia zu tun hat, behält sie für sich. 

Dadurch gewinnt das Buch seinen Spannungsbogen und lässt sich nur schwer zur Seite legen. Wie Emilias Freunde und ihre Familie möchte man die Protagonistin beizeiten schütteln und fragen: "Was, um Himmels Willen ist bloß los mit dir?" 

Mit der Zeit beginnt man als Leser zu ahnen, was passiert ist, doch als Emilia sich doch öffnet, ist man dennoch überrascht und betroffen.

Als das Geheimnis endlich gelüftet wird, verliert Papperssjälar aber nicht an Spannung. Die Autorin führt die Linie gekonnt fort und beschreibt glaubwürdig, was passiert, wenn man sich schließlich entscheidet, über ein Geheimnis zu reden. 

Das Ende des Romans schließlich stimmt versöhnlich, zeigt aber deutlich, dass es Ereignisse gibt, die einen für immer verfolgen werden. 

 

Fazit: Wer Schwedisch kann, sollte sich für diesen großartigen Roman unbedingt Zeit nehmen!

 

Herzlichen Dank an Vox by Opal für das Rezensionsexemplar!