Und jetzt retten WIR die Welt! -

Ilona Koglin und Marek Rohde

 

"Einer allein kann doch nichts tun!" Wovon viele Leute schon bei kleinen Dingen überzeugt sind, scheint für das große Projekt Weltrettung erst recht zu gelten. 

Dass dieser Satz nicht stimmt, machen die Autoren Ilona Koglin und Marek Rohde schon mit dem Titel ihres Buchs deutlich. Niemand sollte die Absicht haben, allein die ganze Welt zu retten. Ein einzelner Mensch wäre damit sehr schnell überfordert. Aber gemeinsam mit vielen anderen, kann sehr viel bewirkt werden. Und dabei zählt nicht nur jeder einzelne Schritt, es kann sogar auch viel Spaß machen.

 

Und jetzt retten WIR die Welt! steht dabei jedem als Handbuch zur Seite, der sich mit dem Gedanken trägt irgendetwas verändern zu wollen oder zu müssen, um die Welt ein Stückchen besser zu machen. 

In 18 Kapiteln, die keine Themenwünsche übrig lassen, finden sich vielfältige Informationen, die Tipps und Hilfestellungen geben, wie Mensch die Welt retten kann. Zu Beginn eines jeden Kapitels findet sich eine Doppelseite, die eine Übersicht über das jeweilige Thema bietet. So werden Zusammenhänge klar, aber auch gleich Denkanstöße geliefert, ohne große Worte zu machen. Teilweise werden diese Seiten mit Icons und kleinen Texten illustriert, aber auch Selbsttests mit verschiedenen Antwortmöglichkeiten, die zu unterschiedlichen Lösungsansätzen führen, kommen hin und wieder vor. So bietet jeder Kapiteleinstieg eine Überraschung. 

Auf den folgenden Seiten finden sich jeweils Ergebnisse der Recherchearbeiten der Autoren, Interviews mit Experten oder Initiatoren spannender Projekte, sowie weiterführende Links zu Websites, Projekten und Organisationen. Alles in zumeist leichter Sprache formuliert und immer darauf bedacht, den Leser mit einzubeziehen. Ilona Koglin und Marek Rohde schreiben regelmößig, wie sie auf ein bestimmtes Thema reagiert haben, womit sie hadern, was ihnen Mut macht. Das ermutigt beim Lesen und lässt die Autoren nicht als Übermenschen erscheinen, die schon alles können und nun vor uns mit erhobenem Zeigefinger stehen, sondern zeigt: "Wir sind auch nur Menschen, die versuchen, ihr Bestes zu geben, was aber nicht immer auf Anhieb gelingt." 

 

Jedes Kapitel schließt ab mit Aktionsseiten. Hier findet der Leser vielfältige Tipps, wie er konkret etwas in seinem Lebenstil oder in seiner Umgebung verändern kann. Schön ist, dass unterschieden wird zwischen leichten, mittelschweren und schweren Aktionen. Es wird deutlich: man muss sich nicht gleich in Projekte stürzen, die Monate und Jahre dauern, man kann auch schon mit wenigen Minuten oder Stunden einen Anfang machen. 

Als roter Faden zieht sich die Weisheit von Laotse durch das Buch: Jede Veränderung beginnt bei einem selbst. Und so gliedert sich "Und jetzt retten WIR die Welt! auch logisch von klein nach groß. Man fängt an, über sich, seinen Körper und seine Bedürfnisse nachzudenken, geht dann über Nahrung und Kleidung langsam nach draußen, entdeckt sein Haus, die Straße, die Stadt, und landet schließlich bei Politik und Wirtschaft. 

Wer schon auf seine Ernährung und seinen Lebensstil achtet, wird überrascht sein, wie viel mehr Möglichkeiten es noch gibt, sich für eine bessere Welt zu engagieren. Aber auch für diejenigen, die der Meinung sind, dass ihr Lebensstil gar nichts mit der sozialen Ungerechtigkeit zu tun habe, ist Und jetzt retten WIR die Welt! ein spannendes Buch. Es werden Zusammenhänge aufgedeckt, die man vorher so noch nicht gesehen hat, oder nicht sehen wollte.

Für unser egoistisches Selbst ist dieses Buch also mitunter durchaus unbequem und es wird sehr schnell klar: Wer nicht bereit ist, sich zu verändern, wird die Welt nicht retten.

Zum Glück wird aber immer auch hervorgehoben, dass Veränderung nichts Schlechtes ist und dass Verzicht nicht gleichzusetzen ist mit Unvollkommenheit.

 

Nicht erst nach der Lektüre, bereits während des Lesens, fängt man zwangsläufig an, nachzudenken. Es gibt Momente, in denen man heulen mag, weil die Welt so schlecht ist (zum Beispiel, wenn man von den Millionen Tonnen Lebensmitteln, die jährlich vernichtet werden, liest), aber auch Momente, in denen man staunt, wie viele schöne Projekte es bereits gibt, die die Welt verändern, und wie leicht es sein kann, selbst etwas zu tun.

Nach der letzten Seite des Buchs ist es daher nicht zu Ende, sondern es geht erst richtig los. Auf der Website zu Und jetzt retten WIR die Welt! kann man sich mit eigenen Projekten einbringen, bei Aktionen mitmachen und weitere Tipps bekommen.

Fazit: Wer nach diesem Buch nicht Lust hat die Welt zu retten, der ist nicht mehr zu retten.! 

 

Ich danke der Agentur Buch Contact ganz herzlich für das Rezensionsexemplar.