Der geneigte Mensch

Warnschild mit Menschen, die mit gesenktem Kopf auf ihr smartphone starren. Darunter die Warnung Achtung Smombie!
CC BY 2.0

Wie oft habt ihr heute schon auf euer Handy geschaut? Jetzt, da ich den Artikel schreibe, ist es 10 Uhr morgens - und ich habe schon 3 Minuten lang mein Smartphone benutzt. 

Vermutlich liege ich da immer noch unter dem Durchschnitt. Trotzdem; auch die 3 Minuten waren eigentlich überflüssig. Besonders direkt nach dem Aufstehen! 

Wie so viele Menschen unserer Gesellschaft bin auch ich den Verlockungen des Smartphones erlegen. Mal schnell WhatsApp checken, Instagram-Feed ansehen, Mittagessen fotografieren und im Status posten. Dass sich bei dieser Neigung noch etwas ganz anderes bewegt, zeigen neue Forschungen.

Laut Untersuchungen zweier Studien an der University of the Sunshine Coast, lassen sich Veränderungen am Schädel feststellen, die mit der intensiven Nutzung von Smartphones in Verbindung gebracht werden. Anhand von Röntgenbildern haben  Dr David Shahar und Professor Mark Sayers knöcherne Fortsätze, wie kleine Hörner, am Hinterkopf entdecken können. Besonders in der Gruppe der 18-30-Jährigen war diese Auffälligkeit festzustellen. 41% hatten 10 bis 30 Millimeter lange Knochenfortsätze. 

Diese Anpassung des Körpers deuten die Forscher als Reaktion auf den gesenkten Kopf. Denn das Gewicht des Kopfes ruht bei aufrechter Körperhaltung sehr stabil auf der Wirbelsäule. Wird der Kopf gesenkt, verschiebt sich das Gleichgewicht und muss entsprechend ausbalanciert werden. Dr Shahar und Prof. Sayers gehen davon aus, dass die knöchernen Hörner am Hinterkopf helfen, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. 

 

Spannend, was unser Körper alles so leisten kann. Und wie schnell so etwas offenbar gehen kann. Ich frage mich, ob dieses Phänomen in späteren Generationen im Evolutionsunterricht auftauchen wird. Mir wurde früher erklärt, dass es eine wahnsinnige Errungenschaft für die Spezies Mensch war, als, einfach formuliert, aus dem Homo habilis oder Australopithecus der Homo erectus wurde. Der Mensch war jetzt nicht mehr nur geschickt, sondern lief auch aufrecht. 

Wenn wir als Homo sapiens nun den Blick nach unten neigen, wird das späteren Archäologen wohl erklären, dass wir in einer sicheren Welt lebten, in der wir nicht mit einem Angriff aus unmittelbarer Nähe rechneten, weil wir sonst vermutlich den Kopf nicht gesenkt hätten. (Wie sich die Archäologen Laternen oder große Kreuzungen erklären werden, weiß ich auch nicht.) 

Wie also werden wir Intelligenten Menschen mit dem gesenkten Haupt bei den Evolutionsforschern der Zukunft heißen?

Ich schlage Homo sapiens capiti clinatus vor.

 

 

Hier könnt ihr übrigens Artikel über die australische Studie lesen:

Auf der Seite der University of Sunshine Coast

Eine ausführliche Beschreibung über die Anpassung des menschlichen Körpers an moderne Lebensumstände

Und hier eine Zusammenfassung auf Deutsch

 

Übrigens ist das alles Quatsch - Wissenschaftsprüfung und Berichterstattung haben nicht sauber gearbeitet. Das zeigt folgendes Video: No, Phones Arne't giving kids horns, seriously.

 

 

PS: Als ich anfing, diesen Artikel auf dem Sofa sitzend zu schreiben, wies mein Freund mich darauf hin, dass das ganz ungesund für den Nacken sei. :) 

 

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